Daunenschlafsack waschen: Schonwäsche oder normal?

Daunen stehen aufgrund der eingeschränkten Pflegeeigenschaften häufig in der Kritik. Besonders bei Kleidung oder Bettwaren kann das schnell zu einem echten Problem werden – auch Schlafsäcke sind hier keine Ausnahme: Ist es überhaupt möglich das empfindliche Füllmaterial mit der Maschine oder von Hand zu waschen? Und wenn ja, wie sollte man dabei vorgehen? Das alles erfahren Sie im großen Daunenschlafsack waschen – Ratgeber von Daunenfeder.com.

Warnung: Daunen sind empfindlich

Das größte Defizit von Daunen ist ihre Reaktion auf Feuchtigkeit und Nässe. Das weiche Füllmaterial neigt schnell dazu zu verklumpen, wobei gleichzeitig auch ein erheblicher Teil der Wärmewirkung verloren geht.

Das ist mit ein Grund, warum viele Konsumenten davon ausgehen, dass man Daunen grundsätzlich nicht waschen darf und somit auch keine Möglichkeit hat, Schlafsäcke von Verschmutzungen zu befreien. Ein unangenehmer Gedanke, schließlich möchten Sie auch unterwegs auf eine saubere, hygienische Schlafgelegenheit zurückgreifen. Doch glücklicherweise ist diese Annahme nicht richtig. Problemlos können Sie Ihren Daunenschlafsack waschen, wenn Sie wissen worauf Sie achten müssen.

Pflegetipps für Ihren Daunenschlafsack

Die richtige Pflege des Daunenschlafsacks beginnt nicht erst mit dem ersten Maschinenwaschgang, sondern bereits während der Campingtour. Regelmäßiges Lüften ist oberstes Gebot, um Milbenbefall vorzubeugen, Gerüche zu neutralisieren oder die Daunen vor Feuchtigkeit zu schützen.

Camping: im Daunenschlafsack schlafen

Lüften Sie nach jeder Nacht im Schlafsack diesen für mindestens eine Stunde. So können Sie einen Milbenbefall vermeiden.

Generell gilt: Den Schlafsack nach der Nacht für mindestens eine Stunde auslüften und ihn bei Nichtgebrauch nicht komprimiert – also zusammengefaltet – zu lagern, sondern ihn offen liegen zu lassen. Das rentiert sich besonders dann, wenn die Daunenfüllung während der Tour nicht mehr so prall und bauschig wirkt wie noch zu Beginn.

Durch die optimale Lagerung und das regelmäßige Lüften behalten die feinen Daunenflocken ihre Form, wodurch gleichzeitig auch die Wärmewirkung auf einem konstanten Level bleibt.

Der richtige Umgang ist also ein entscheidender erster Schritt, um die Qualität des Schlafsacks und des Schlafklimas zu bewahren und Verunreinigungen oder unangenehmen Gerüchen vorzubeugen. Spätestens am Ende einer langen Tour bleibt ein schonender Maschinenwaschgang jedoch unerlässlich.

Daunenschlafsack waschen, aber richtig

Beim Waschen des Daunenschlafsacks sollten Sie sich immer an der Pflegeanleitung des Herstellers orientieren. Nicht jedes Modell und Material ist gleich, sodass Sie sicherstellen, dass der Schlafsack so funktional und kuschelig bleibt wie er ist.

Für die Vorbereitung wichtig: Prüfen Sie, dass der Schlafsack keine Risse hat, da beim Maschinenwaschgang andernfalls die Füllung austreten könnte. Grobe Verschmutzungen lösen Sie, indem Sie den Daunenschlafsack vorab einweichen, damit sich die Flecken selbst bei geringen Temperaturen lösen. Geht es dann an das tatsächliche Daunenschlafsack waschen, beachten Sie folgende Tipps:

  • Natürlich darf ein Daunenschlafsack nur bei milden Waschtemperaturen von 30 Grad gereinigt werden.
  • Auch die Schleuderzahl darf sich auf maximal 400 Umdrehungen pro Minute belaufen – besser ist den Schleudergang lieber komplett auszulassen.
  • Idealerweise entscheiden Sie sich (wenn vorhanden) für einen Schonwaschgang oder ein spezielles Programm für Wolle.
  • Waschen Sie den Schlafsack alleine, damit er sich in der Trommel vollständig ausdehnen kann.
  • Schließen Sie sämtliche Reißverschlüsse.
  • Und ganz wichtig: Nutzen Sie am besten ein spezielles Daunen-Waschpulver, das den empfindlichen Flocken nicht unnötig zusetzt. Ein sanftes Feinwaschmittel kann als Alternative ebenfalls gute Dienste tun.

Das richtige Trocknen

Nach der Wäsche muss der Daunenschlafsack vollständig und über mehrere Tage (bis zu zwei Wochen) trocken können. Überschüssiges Wasser pressen Sie vorher durch Zusammendrücken des Materials heraus und legen ihn erst dann zum Trocknen auf den Wascheständer – bitte nicht aufhängen, da die Füllung so verrutscht und verklumpt. Zwischendurch schütteln Sie den Schlafsack immer wieder leicht auf, um Klumpen zu vermeiden.

Wäschespinne

Wichtig: den Schlafsack nicht auf den Wäscheständer hängen, sondern auflegen. So vermeiden Sie das Verklumpen der Daunen.

Eine gute Alternative stellt der Trockner dar. Allerdings müssen Sie dabei sehr vorsichtig sein: Stellen Sie den Trockner auf niedrige oder kalte Temperatur ein und nutzen Sie idealerweise auch hier ein Wolleprogramm.

Gegen Klümpchenbildung hat es sich außerdem bewährt, ein paar Tennisbälle in die Trommel zu geben, da diese durch das hin- und herspringen auf dem Schlafsack für ein Auflockern der Daunen sorgen.

Das Waschen von Daunenschlafsäcken erfordert zwar ein wenig Fingerspitzengefühl, gänzlich auf eine vollständige Reinigung verzichten, müssen Sie glücklicherweise nicht. Wichtig ist, den Schlafsack bereits während des Gebrauchs richtig zu pflegen, sich für einen besonders schonenden Waschgang zu entscheiden und auch die Trocknung ernstzunehmen. So bleibt die Qualität der Daunen erhalten und Ihr Schlafsack wird Sie noch auf vielen weiteren Touren begleiten.