Daunen & Tierschutz: Tierschutz bei Daunenprodukten

Hochwertige Daunenprodukte sind etwas ganz besonderes. Dabei gibt es jedoch ein Problem: Um der Nachfrage Herr zu werden, greifen manche Hersteller (vor allem aus dem Ausland) zu „Erntemethoden“, die moralisch nicht zu vertreten sind – vor allem aus Daunen-Tierschutz-Sicht gibt es hier Aufklärungsbedarf. Warum der Schutz der Enten und Gänse häufig ein Problem ist und was Sie persönlich dagegen tun können, erfahren Sie bei Daunenfeder.com.

Verstoß gegen den Tierschutz

Daunen

Zertifikate wie Traumpass gewährleisten, dass Produkte nur aus Totrupf stammen.

Warum die Daunengewinnung häufig nicht einwandfrei ist, wird schnell deutlich, wenn Sie sich die Methodik des sogenannten „Lebensrupfs“ anschauen – wie der Name bereits deutlich macht, werden die Daunen der Enten und Gänse bei lebendigem Leibe einfach herausgerissen.

Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern gleichzeitig mit starken psychischen Auswirkungen verbunden. So ist der Stress bei dieser Methode so hoch, dass den Tieren anschließend keine Federn mehr (nach-)wachsen.Selbst, wenn Sie kein Tierschutzaktivist sind, reicht nur die Vorstellung des Lebensrupfs, dass sich Ihnen der Magen umdreht.

Das konkrete Gegenteil zum Rupfen am lebendigen Leibe ist der Totrupf. Enten und Gänse, die bereits geschlachtet wurden (für die Fleischproduktion), sind hier die Lieferanten für hochwertige Daunen, ohne dass Sie leiden müssen.

Diese Methode ist die einzige, die für Daunenprodukte infrage kommt, bei der Sie kein schlechtes Gewissen bezüglich Verstöße gegen den Daunen Tierschutz plagen muss.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Tierschutzgesetz

Leider halten sich viele Lieferanten nicht an das Tierschutzgesetz und umgehen es.

Heute stammen rund 90 Prozent aller Daunenprodukte im Handel vom Totrupf – das bedeutet jedoch auch, dass 10 Prozent vom lebenden Tier gerupft werden. Aufgrund der Brutalität wundert es Sie wahrscheinlich sehr, warum diese qualvolle Methode weiterhin praktiziert wird und warum die Gesetzeslage derartige Produkte zulässt.

Das Problem ist folgendes: Die EU verbietet den Lebendrupf zwar bereits seit 1999. Fakt ist jedoch, dass viele europäische und asiatische Lieferanten die Daunen immer noch nutzen – natürlich heimlich. Das macht es für Hersteller von Daunenprodukten schwierig zu belegen, dass die Daunen tatsächlich „koscher“ sind.

Sie bleiben so also im Dunkeln darüber, woher die Daunen in Ihrer Jacke, im Schlafsack oder den Handschuhen stammen. Daraus resultiert, dass der Daunen Tierschutz auf der Strecke bleibt.

So erkennen Sie “saubere” Produkte

Eiderente

Eiderenten stehen unter Artenschutz. Eiderdaunen sind aus Tierschutzperspektive einwandfrei.

Die Frage ist nun: Gibt es keine Zeichen, an denen Sie Daunen aus Lebendrupf erkennen können? Die Antwort: Es gibt sie, von Regierung und Gesetz bekommen Sie dafür jedoch keine Hilfestellung. Sie selbst müssen ganz genau hinschauen. Achten Sie dabei auf folgende fünf Punkte, um auf Nummer sicher zu gehen:

  • Setzen Sie vor allem auf Produkte aus Deutschland beziehungsweise der DACH-Region, da Tierschutzmaßnahmen hier eine wichtige Rolle einnehmen. Häufig sind es Tiere, die in Osteuropa oder Asien aufwachsen, denen die Daunen bei lebendigem Leibe herausgerissen werden.
  • Achten Sie auf Qualitätssiegel wie dem „Traumpass“, der sicherstellt, dass es sich hier um Daunen aus dem Totrupf handelt.
  • Scheuen Sie sich nicht dafor, den Hersteller direkt zu kontaktieren und nachzufragen, woher die Daunen stammen. Häufig finden sich hier bereits erste Anhaltspunkte für eine Entscheidung.
  • Ganz einfach ist es bei Daunen der Eiderente. Die sind zwar teurer, dafür in der Qualität jedoch nicht zu toppen. Der Tierschutz ist hier zu 100 Prozent sichergestellt, weil Eiderenten unter Artenschutz stehen. Es ist unmöglich entsprechende Daunenprodukte herzustellen, die über den Lebendrupf zustandekommen. Die Daunen werden nach der Mauser der Tiere in mühevoller Handarbeit aus den Nestern gesammelt – auch ein Grund, warum die Produkte teurer sind.

Sind Kunstfasern eine Alternative?

Mit den oben genannten Tipps können Sie sehr schnell erkennen, ob ein Tier für Ihre Daunenjacke leiden musste. Nun könnte man natürlich einen Schritt weitergehen und komplett auf Daunen verzichten, indem Sie auf Kunstfasern setzen.

Das ist zwar denkbar, aber keine tatsächliche Alternative, denn Kunstfasern besitzen nicht dieselben Eigenschaften wie Daunen:

  • Kunstfasern wärmen schlechter als Daunen.
  • Kunstfasern sind nicht so weich und anschmiegsam wie Daunen.
  • Kunstfasern haben im Vergleich zu Daunen ein viel größeres Volumen – im Rucksack verstauen können Sie die Jacke aus Kunstdaunen nur schwer.
Tierschutz Ente

Beim Kauf von Daunenprodukten muss der Tierschutz unbedingt berücksichtigt werden, damit keine Tiere leiden müssen.

Um tatsächlich den Komfort von Daunenprodukten am eigenen Leib zu spüren sollten Sie also weiterhin echte Daunen kaufen, dabei jedoch ganz genau hinschauen von wo die Daunen stammen.

Der Tierschutz ist bei Daunenprodukten ein großes Thema, denn niemand möchte die weichen Federn am Leib tragen, für die Enten und Gänse derartige Qualen durchleben mussten – es ist einfach Unrecht. Um das sicherzustellen ist es notwendig, dass Sie sich genau anschauen, woher die Daunen stammen.

Entsprechende Siegel, Daunen von Eiderenten oder die Offenlegung von Produktionsstätten sind hier entsprechende Wege, die Sie gehen können. Ein wenig mehr Aufwand, der sich jedoch lohnt. Nicht nur für die Tiere, sondern auch für Sie, denn Fakt ist: Lieferanten und Hersteller, die auf den Tierschutz achten liefern stets die bessere Qualität.