Downpass: Alle wichtigen Informationen zum Siegel

Damit Sie als Konsumentin oder Konsument sicher sein können, dass Sie mit Ihrem Kauf kein Tierleid unterstützen, sollen bestimmte Siegel und Kennzeichnungen Auskunft über die Herkunft geben. Hier wird garantiert, dass bei der Gewinnung der Daunen und Federn sowohl auf Qualität als auch auf das Tierwohl geachtet wurde. Eines der bekanntesten Siegel ist der Downpass. Was es damit auf sich hat und wie viel Vertrauen Sie ihm schenken können, erfahren Sie hier.

Inhalt:

Was ist der Downpass?

Die Downpass-Auszeichnung bezieht sich hauptsächlich auf Heimtextilien. Die Kriterien beinhalten einerseits genaue Qualitätsvorschriften. So müssen sämtliche Daunen- und Federprodukte die auf dem Etikett ausgewiesenen Angaben erfüllen.

Der andere Teil bezieht sich auf die Achtung des Tierwohls bei der Gewinnung der Federn und Daunen. Für eine Zertifizierung müssen demnach die EU-Standards zur ordnungsgemäßen Tierhaltung eingehalten werden. Diese sind im europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen niedergeschrieben und werden laufend von Wissenschaftlerinnen, Veterinären und Tierschutzorganisationen begutachtet.

Das Ziel von Siegeln wie dem Downpass ist es, ein global gültiges und anerkanntes System zur Kontrolle von Daunen- und Federn und deren Verarbeitung zu schaffen. Da die Daunen- und Federnindustrie auf der ganzen Welt operiert, haben nationale Vorgaben sowie Siegel der Industrieverbände meist nur wenig Aussagekraft. Oft beziehen sich diese auch nur auf die Qualitätskontrolle und lassen das Tierwohl außen vor.

Downpass: wie funktioniert die Rückverfolgung?

Die Herkunft eines mit dem Downpass gekennzeichneten Produkts kann mithilfe einer individuell zugeordneten Nummer ausfindig gemacht werden. Auf jedem Downpass-Label befinden sich ein Buchstabe gefolgt von 7-8 Ziffern – das gilt sowohl für Transportbehälter voll Daunen und Federn als auch für damit befüllte Fertigprodukte, wie etwa Jacken oder Decken. Anhand dieses Codes ist die Überprüfung auf ein gültiges Tierschutz- und Qualitäts-Audit möglich. Der Downpass wird immer für zwei Jahre ausgestellt.

So erfolgt das Audit

Grundsätzlich erfolgt das Audit anhand von ethischen und qualitativen Kriterien. Wichtig ist dabei die Herkunft der Enten und Gänse festzustellen, deren Daunen und Federn als Füllmaterial für diverse Bekleidungsstücke sowie Ausrüstungen und Bettzubehör dienen. Dadurch soll die Rupfung lebendiger Tiere, der sogenannte Lebendrupf, ausgeschlossen und somit das Tierwohl sichergestellt werden. Die Überprüfung der Herkunft kann je nach Bedarf erweitert werden.

Daunen Qualität
Um die kostbaren Daunen zu gewinnen, werden Tier oft Qualen ausgesetzt. Bild: ©zhane luk – stock.adobe.com (Datei Nr.: 456471289)

In der Basis-Prüfung liegt der Fokus darauf, dass die Gewinnung der Daunen und Federn von lebenden Tieren ausgeschlossen wird. Es dürfen demnach nur tote Tiere gerupft werden. Die Rückverfolgung geht hier für Gewöhnlich bis zum Schlachthaus. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit gestopfte Tiere ebenso von der Rupfung auszunehmen. In diesem Fall erfolgt die Rückverfolgbarkeit bis zur Aufzuchtstätte der Gänse- und Entenküken. Außerdem lassen sich auch bestimmte Länder ausschließen.

Zusätzlich zum Tierschutz wird die Qualität der Ware kontrolliert. Dies geschieht im Zuge von verdeckten Käufen im Handel, dem sogenannten Mystery-Shopping. Ein scheinbar gewöhnlicher Kunde kauft die Ware ohne das Mitwissen der Hersteller oder Verkäufer, dass diese anschließend auf die ausgewiesenen Angaben auf dem Etikett getestet wird. Anerkannte Testlabore nehmen zudem die Füllzusammensetzung genau unter die Lupe. Dies soll einen hohen Qualitätsstandard garantieren.

Warum braucht es Siegel wie den Downpass?

Bei der Gewinnung von Daunen und Federn von Wasservögeln kommt es immer wieder zu lauten Aufschreien von Tierschutzorganisationen. Das Problem nennt sich Lebendrupf. Dabei werden den Tieren bei lebendigem Leibe und ohne Betäubung die Daunen und Federn vom Körper gerissen – entweder maschinell oder von Hand. Während dieser Prozedur sind Enten und Gänse enormem Leid ausgesetzt. Die dabei entstehenden Wunden werden meist nur provisorisch zugenäht. Von tierärztlicher Versorgung fehlt jede Spur.

Profit als Ursache für das Tierleid

Der Grund für diese Qualen liegt bei der Maximierung des Profits. Eine einzelne Gans, die nach der Schlachtung gerupft wird, bringt im Schnitt 150 Gramm Daunen. Aufgrund des maschinellen Schlachtungsprozesses sind die Daunen tendenziell eher beschädigt und schwieriger zu verarbeiten. Bei Lebendrupf kann dieselbe Gans mehrfach im Lauf ihres Lebens gerupft werden. Die zu verkaufende Daunenmenge wird also maximiert.

Ausnahme Mauser-Zeit

Offiziell ist der Lebendrupf in der EU als Tierquälerei anerkannt und gesetzlich verboten. Allerdings gibt es hier Ausnahmen für die sogenannte „Mauser-Zeit“. Beim Mausern handelt es sich um das regelmäßige, natürliche und vor allem schmerzfreie Abwerfen des Federkleids der Vögel. Die Federn nutzen sich über die Zeit ab, weshalb die Tiere ihre Federn jährlich erneuern. Sie werden nicht mehr mit Blut oder Nährstoffen versorgt und fallen aus. Nach und nach entsteht so ein neues Federkleid.

Eiderdaunendecke
Daunen Alternativen

In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche die besten Daunen-Alternativen sind und ob sie wirklich das taugen, was sie versprechen-

Ausgewachsene Enten und Gänse mausern einmal im Jahr, meist mit Anfang Herbst. Bei Jungtieren fallen die Federn das erste Mal nach etwa zehn Wochen aus, danach alle sechs Wochen. Obwohl diese Art der Daunen- und Federngewinnung für die Tiere schmerzfrei ist, sehen Tierärzte hier keine Lösung. Auf Farmen, in denen mehrere hundert oder tausend Gänse und Enten leben und gerupft werden, könne man ihnen zufolge nicht auf die individuelle Mauser-Zeit eines jeden Tieres achten.

Außerdem besteht das Problem, dass beim Verkauf von Lebendrupf-Ware die Gewinnungsart mithilfe von verharmlosenden Begriffen auf der Rechnung verheimlicht wird. Genau aus diesem Grund braucht es Siegel und Kennzeichnungen, die durch kontinuierliche, wiederholte Kontrollen sicherstellen sollen, dass auf den Farmen die gesetzlichen Bestimmungen für das Tierwohl eingehalten werden. Zudem wird auf diese Weise der Zukauf aus nicht-europäischen Ländern mit gutem Gewissen ermöglicht.

Wie vertrauenswürdig ist der Downpass?

Der Downpass erntete vor einigen Jahren noch scharfe Kritik von Seiten des Stiftung Warentest sowie Tierschutzorganisationen und dem Verbraucherschutz. Das Siegel wurde als vergleichsweise schwach gewertet. Die Begründung: Zu lasche Kontrollen. Audits, ob das Zertifikat nach zwei Jahren erneuert und alle Verbindlichkeiten eingehalten werden, würden nur zu 15% unangekündigt stattfinden. Den Rest der Zeit, also in 85% der Fälle seien die Besuche angekündigt.

Aufgrund der teils heftigen Kritik wurden die Richtlinien 2017 überarbeitet und nach eigenen Angaben verbessert. Der österreichische Konsumentenschutz stufte den Downpass Ende 2018 daher als glaubwürdig ein. 

Grundsätzlich sind beim Downpass 2017 Federn und Daunen von Lieferanten, die Lebendrupf oder Stopfmast praktizieren ausgeschlossen. Die Tierwohlanforderungen beziehen sich auf EU-Vorgaben sowie auf nationale Gesetze.

Logo Downpass

Differenziert wird hier zwischen Hochrisiko- und Niedrigrisikofarmen. Hochrisikofarmen werden dreimal innerhalb der zwei Jahre kontrolliert. Davon finden die Audits zweimal unangekündigt und einmal angekündigt statt. Farmen mit niedrigem Risiko hingegen werden stichprobenartig zweimal in zwei Jahren überprüft. Ein angekündigter und ein unangekündigter Audit werden bei mindestens zehn Prozent der Farmen durchgeführt. Die Kontrolle von Elterntierfarmen ist optional.

Mehr Glaubwürdigkeit dank Änderungen

Dank der Änderungen 2017 schlägt sich der Downpass recht gut im Vergleich mit dem Global Traceable Down Standard (TDS) und dem Responsible Down Standard (RDS). In ein paar Punkten wird er durch den TDS, dem Goldstandard in diesem Bereich, übertroffen. Dennoch schätzt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten das Siegel als vertrauenswürdig ein.

Als Konsumentin oder Konsument können Sie sich darauf verlassen, dass bei der Gewinnung der Daunen und Federn für mit dem Downpass gekennzeichnete Produkte das Tierwohl gemäß der EU-Richtlinien beachtet wurde und regelmäßige Kontrollen bei den jeweiligen Farmen durchgeführt werden.

Verwendete Quellen

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Gerald Bacher
Gerald Bacher

Als ich vor einigen Jahren eine Dokumentation über Tierleid bei der Daunengewinnung gesehen habe, war für mich klar, dass ich hier einen Beitrag leisten will. Seitdem berichte ich bei Daunenfeder.com über Tierschutz bei Daunenprodukten und woran man als Laie Qualität erkennen kann.